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Die Psychotherapie, die wir heute kennen, begann sich ungefähr ab 1900 zu entwickeln. Ihren Ursprung hat sie in der Psychoanalyse Freuds. Freud entdeckte den Einfluss der Psyche und den Einfluss des Unbewussten auf die Gesundheit des Menschen. Daher spricht man bei Psychotherapie auch von einer Behandlung der Seele. Die Auffassung, dass psychische Krankheiten durch übernatürliche Kräfte entstanden, wurde erstmals in der Moderne abgeschrieben.

Welche Krankheiten können durch die Psychotherapie behandelt werden?

Mithilfe von Psychotherapie können psychische Störungen wie zum Beispiel Essstörungen, Depressionen, psychosomatische Erkrankungen oder Ängste behandelt werden. Zudem wird die Psychotherapie auch immer mehr bei schwerwiegenden Erkrankungen wie beispielsweise Tumoren als Ergänzung zur medizinischen Behandlung genutzt.

Für die Diagnose einer psychischen Störung ist der Leidensdruck des Patienten oder die potentielle Gefährdung anderer Menschen entscheidend. Wie erfolgreich die Psychotherapie letztlich ist, hängt allerdings auch von der eigenen Bereitschaft und Motivation für die Therapie ab.

Wann ist eine Psychotherapie richtig für mich?

Wie bereits erwähnt, ist der persönliche Leidensdruck ein entscheidender Faktor. Schränkt das Leiden des Patienten seinen Tagesablauf ein oder raubt es ihm sämtliche Lebensfreude und Wohlbefinden, ist es ratsam sich für eine mögliche Therapie beraten zu lassen. Ebenfalls ist es typisch, dass psychisch Erkrankte unter einem außerordentlichen Druck leiden, durchhalten zu müssen. Auch das Gefühl der Überforderung mit den eigenen Problemen oder dem Leben sind mögliche Indikatoren.

Symptome können sich als Panikakttacken, Angstzustände, ein Gefühl innerer Leere, fehlender Antrieb, Schlafprobleme oder gar selbstverletzenden Verhalten äußern.

Ambulante oder klinische Psychotherapie?

Ob die Psychotherapie ambulant oder klinisch erfolgt, hängt von dem Schweregrad der Erkrankung ab. Ist der Patient körperlich und geistig stabil, so spricht nichts gegen eine ambulante Therapie. Bei Suchterkrankungen wird allerdings ein klinischer Aufenthalt empfohlen. Schwebt ein Suizidverdacht im Raum, werden die Patienten zunächst klinisch ausreichend stabilisiert.

Ein Vorteil der ambulanten Therapie ist, dass man das bei den meist wöchentlich stattfindenden Sitzungen gelernte, gleich in seiner alltäglichen Umgebung testen kann.

Eine ambulante Psychotherapie darf von psychologischen Psychotherapeuten, Heilpraktikern für Psychotherapie, Heilpraktikern oder Ärzten, die sich in ihrer Ausbildung schwerpunktmäßig mit der Psychotherapie beschäftigt haben, durchgeführt werden.

Welche Ziele verfolgt die Psychotherapie?

Eins der obersten Ziele der Psychotherapie ist die Linderung des Leidens beziehungsweise der psychischen Störung. In Abhängigkeit des Schweregrades und Verlaufs der psychischen Störung ist zunächst auch ein Entgegenwirken einer Verschlimmerung des Patienten erstrebenswert.

Ebenso soll der kognitiv-emotionale Zustand des Patienten stabilisiert werden. Während der Therapie sollen Ressourcen aufgebaut werden, die einen Rückfall in alte Muster verhindern sollen. Auch sollen mögliche Schemata entwickelt werden, die in zukünftigen belastenden Situationen Abhilfe schaffen sollen.

Das finale Ziel ist die abschließende Behebung der psychischen Störung beziehungsweise des tieferliegenden Problems. Die Therapie soll demnach zeitlich begrenzt sein.

Welche Formen der Psychotherapie gibt es?

Es gibt viele verschiedene Arten der Psychotherapie, die in Anlehnung an das Störungsbild ausgewählt werden. Eine der am häufigsten genutzten Therapien ist die Verhaltenstherapie. Grundgedanke der Therapie ist, dass jegliches Verhalten von Menschen erlernt ist, weshalb auch neue Verhaltensweisen wieder erlernt werden können. So kann beispielsweise an einer positiveren Denkweise gearbeitet werden. Die Verhaltenstherapie ist vielseitig einsetzbar – so wird sie für die Therapie von Angststörungen, Depressionen, Essstörungen, Suchterkrankungen und viele weitere genutzt.

Bei der analytischen Psychotherapie handelt es sich um eine strukturierte Form der Psychotherapie, die durchschnittlich zwei- bis dreimal wöchentlich stattfindet. Der Therapeut sucht nach Konflikten in der Kindheit, die bei dem Patienten Leiden in der Gegenwart auslösen. Diese Probleme und die damit verbundenen Gefühle sollen sichtbar und bewusst gemacht werden. Für jede Sitzung wird ein eindeutiges Ziel bestimmt, was in dieser Sitzung erreicht werden soll.

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