Körper und Psyche im Einklang

Die Körperpsychotherapie umfasst das psychische sowie das physische Erleben des Menschen. Der Körper und die Psyche können nicht voneinander getrennt werden, weshalb beide gleichwertig mit in die Behandlung einbezogen werden. Häufig wird die Körperpsychotherapie deshalb auch als Körperorientierte Psychotherapie bezeichnet.

Welche Bereiche umfasst die Körperpsychotherapie?

Die Körperpsychotherapie umfasst im Groben drei unterschiedliche Teilbereiche. Zum einen das Arbeiten mithilfe von Körperachtsamkeit, das Arbeiten mit körperlichen Übungen und das Arbeiten durch körperliche Berührungen. Alle Techniken können hinsichtlich ihrer Intensität variieren und verfolgen das Ziel, die Bewusstwerdung zu verursachen und Veränderungen zu generieren.

Eine körperliche Übung wäre beispielsweise das Einnehmen einer Stressposition, bei welcher der Klient erarbeitet, welche Auswirkung eine Veränderung der Haltung auf das Gesamterleben hat.
Von Übungen für die Körperachtsamkeit spricht man, wenn sich die Aufmerksamkeit des Patienten auf die urteilsfreie Wahrnehmung des inneren, physischen Erlebens im gegenwärtigen Moment richtet.

Es gibt eine Menge unterschiedlicher körperorientierter Methoden. Darunter zählen beispielsweise die Integrative Bewegungs- und Leibtherapie und die Bioenergetische Analyse. 

Welche Vorteile bietet die Körperpsychotherapie?

Viele psychotherapeutischen Verfahren greifen auf Medikamente zurück. Bei der Körperpsychotherapie erfolgt allerdings keine Einnahme von Medikamenten. Dadurch bleiben medikamentöse Nebenwirkungen aus.

Bei der Körperpsychotherapie liegt der Fokus zudem gleichwertig auf dem Körperausdruck und den Aussagen eines Klienten. Hilfreich ist es, sich bestimmter Differenzen bewusst zu werden, wenn z.B. Mimik und gesagter Inhalt nicht übereinstimmen.

Gibt es auch Risiken?

Jede Therapie beinhaltet Risiken. Überall, wo Wirkungen/Veränderungen erzeugt werden sollen, kann es zu Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen kommen. Da in der Therapie teilweise schwerwiegende psychische Beschwerden behandelt werden, kann es nach einzelnen Sitzungen zu Überforderungs- und Erschöpfungserscheinungen kommen. Auch können weitere psychische Belastungen offensichtlich werden, oder das Gefühl einer Abhängigkeit zum Therapeuten entstehen. In der Regel sollte die Entlastung der problematischen Situation und die Hilfe zur Selbsthilfe einen weitaus größeren Raum einnehmen.

Wie kann die Körperpsychotherapie helfen?

Das Ziel der Körperpsychotherapie ist das Lösen innerer Konflikte. Durch die Körperpsychotherapie sollen die unbewussten Prozesse sichtbar gemacht werden. Die Offenlegung der unbewussten Prozesse sind essenziell für einen erfolgreichen Heilungsprozess, denn nach Ansicht der Körperpsychotherapie existieren Körper, Geist und Seele nur in einem gemeinsamen Bündnis und müssen daher alle mit in den Heilungsprozess integriert werden.

Die Körperpsychotherapie stützt ihre Annahmen auf den Grundkonsens, dass sich in dem Körper eines jeden Menschen emotionale Daten befinden. Diese Daten entwickeln sich während der Kindheit und werden als Kernüberzeugung bezeichnet. Erlebnisse, Förderung und Umgang mit Kindern in den ersten Lebensjahren sind besonders prägend. Auf Basis seiner Kernüberzeugungen wird die Sichtweise eines Menschen auf seine Umwelt bestimmt – ganz gleich, welche Leistungen dieser Mensch bereits erbracht hat, seine Glaubenssätze sind der Filter, wie er die Welt wahrnimmt.

Eine Kernüberzeugung kann nur durch das passende ,,Gegengift‘‘ verändert werden. Im Sinne der Körperpsychotherapie handelt es sich dabei um eine erlebte Erfahrung auf der bewusst gefühlten körperlichen Ebene.

Warum ist die Körperhaltung so wichtig für unseren Alltag?

Manche Körperhaltungen schließen das Empfinden bestimmter Gefühle quasi aus. Beiße ich beispielsweise meine Zähne fest zusammen, fällt es mir äußerst schwer entspannt zu schauen und diese Entspannung auch zu fühlen.

Werden bestimmte Verspannungen der Körperhaltung nicht ursächlich behandelt, so kann es zu weiteren psychischen Beschwerden, aber auch zu anderen Krankheiten, chronischen Schmerzen oder der Entstehung psychosomatischer Erkrankungen kommen.